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Grundsteuerwert

Das Finanzamt benötigt den Grundsteuerwert einer Immobilie für die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuerberechnung.

geschrieben von Hermann del Campo,

Letzte Aktualisierung 2 months ago

Der Grundsteuerwert

Das Finanzamt benötigt den Grundsteuerwert einer Immobilie für die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuerberechnung. Dabei handelt es sich um einen Wertbegriff, der aus der Steuergesetzgebung stammt und ist eine spezielle Form bei der Bewertung von Grundbesitz, also wenn Sie Grund und Boden besitzen. Die Grundsteuer könnte sich somit bald schon für Ihr Grundstück ändern. Grundlage ist die neue Grundsteuerreform, welche verlangt das Bürger mit Grundbesitz eine Erklärung zur Feststellung beim Finanzamt abgeben. Hierfür gibt es die Feststellungserklärung, die Sie ausgefüllt dem Finanzamt zukommen lassen.

Man unterscheidet bei der Grundsteuer zwischen A (agrarisch), also landwirtschaftlichen Grundstücken, Grundsteuer B (baulich), also bebauten oder bebaubaren Flächen und Gebäuden sowie Grundsteuer C (baureife Grundstücke). Die Grundsteuer C gibt es in Bayern jedoch nicht. Somit müssen Sie die Grundsteuererklärung nur für A und B abgeben, um ihre Grundsteuerwerte zu ermitteln.

Warum ist die Grundsteuer wichtig?

Die Einnahmen die durch die Grundsteuerberechnung erhoben werden, gehen an die Städte und Gemeinden. Es handelt sich hier um eine Summe von etwa 15 Mrd. Euro im Jahr und dies bedeutet für Gemeinden eine sehr hohe Einnahmequelle.

Von dem Geld der Grundstückseigentümer werden Kitas, Schwimmbäder, Schulen oder Büchereien finanziert. Es können aber auch wichtige Investitionen in den Straßenbau, für Brücken oder Radwege getätigt werden. Deshalb ist die Grundsteuerberechnung nun auch so wichtig, da das alte System der Grundsteuerbewertung verfassungswidrig ist. Es werden gleichartige Grundstücke unterschiedlich bemessen und das soll sich ändern.

Grundstückseigentümer oder wer ermittelt den Grundsteuerwert?

Sofern es sich um unbebaute Grundstücke handelt, haben Sie den Vorteil, dass keine Bebauung beim Grundsteuerwert berücksichtigt werden muss. Somit geht die Grundsteuerberechnung auch wesentlich einfacher.

Ermittelt wird der Grundsteuerwert vom Finanzamt und dieses stütz sich auf die Grundlagen der Grundsteuererklärung. Da das Gesetz eine regelmäßige Bewertung von Grundstücken vorsieht, prüfen die Finanzämter im Abstand von 7 Jahren, ob sich am Grundsteuerwert etwas geändert hat. Hierfür ist eine Erklärung zur Feststellung notwendig.

Ein Umbau, Abriss oder Neubau kann für eine Änderung der Grundsteuerwerte sorgen. Sollte sich der Grundstückswert um mehr als 15.000 Euro nach oben oder unten ändern, wird das Finanzamt selbst innerhalb der 7-Jahre-Frist den Grundsteuerwert neu festsetzen und die Grundsteuer anpassen.

Somit ermitteln die jeweiligen Finanzämter der Bundesländer den Grundstückswert anhand Ihrer Erklärung zur Feststellung.

Wie berechnet man den Grundsteuerwert für Grundstücke?

Damit die Grundsteuer ermittelt werden kann, braucht es den Grundsteuerwert. Es gibt hier verschiedene Bewertungsverfahren oder unterschiedliche Faktoren bei der Berechnung. Diese sind abhängig davon, ob es sich um bebauten Grund und Boden oder unbebaute Grundstücke handelt. Auch hängt es davon ab, ob es sich um ein Wohnhaus oder ein gewerblich verwendetes Gebäude handelt.

Bebaute Grundstücke und ihre Bewertungsverfahren

Für bebaute Grundstücke gibt es zwei Bewertungsverfahren für die Grundsteuer, um den Grundsteuerwert zu ermitteln. Das Sachwertverfahren und das Ertragswertverfahren.

Das Sachwertverfahren kommt bei der Feststellung zum Einsatz, wenn es sich um ein Geschäftsgrundstück oder gemischt genutzte Grundstücke handelt. Ebenso bei Teileigentum oder sonstig bebauten Grund und Boden.

Das Ertragswertverfahren dagegen braucht das Finanzamt bei der Ermittlung der Grundsteuer, wenn Eigentümer ein Ein- oder Zweifamilienhaus haben. Es kann sich aber auch um ein vermietetes Haus oder eine vermietete Wohnung handeln. Somit sollten auch Wohneigentümer dieses Verfahren kennen, wenn sie ihre Grundsteuererklärung abgeben.

Unbebaute Grundstücke und ihre Bewertungsverfahren

Da es hier keine Bebauung gibt, muss diese auch nicht beim Grundsteuerwert beachtet werden. Das Bewertungsverfahren gestaltet sich hier als viel einfacher.

Die Berechnung für die Grundsteuer erfolgt am Ende beim jeweiligen Finanzamt. Grundlage sind hier die Angaben Ihrer Feststellungserklärung, die Sie für Ihr Grundstück ausfüllen müssen.

Berechnung setzt sich aus Einheitswert, Steuermesszahl sowie Hebesatz der jeweiligen Gemeinde zusammen.

Der Grundsteuerwert wird vom Finanzamt für das Grundstück festgelegt. Dieser ist wie oben erwähnt, von verschiedenen Faktoren abhängig.

Den Steuermessbetrag ermitteln Sie, indem Sie den Grundsteuerwert mit der Steuermesszahl multiplizieren. Sie liegt in Westdeutschland bei 2,6 bis 6 Promille des Einheitswertes und in Ostdeutschland bei 5 bis 10 Promille des Einheitswertes. Zum Beispiel liegt der Wert für eine Eigentumswohnung bei 3,5 Promille.

Nun haben Sie den Steuermessbetrag, welcher mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert wird. In manchen Gemeinden beträgt dieser Null. In Berlin beträgt dieser zum Beispiel sogar 810 Prozent.

 

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