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Grundsteuer NRW

geschrieben von Hermann del Campo,

Letzte Aktualisierung 2 months ago

Grundsteuer NRW - Kranhäuser Köln

Grundsteuer NRW: Ermittlung der neuen Steuer für Grundstücke und Gebäude

Viele Hausbesitzer und Grundstückseigentümer beschäftigt die neue Grundsteuer-Reform immer mehr. Dabei steht vor allem die Frage im Raum, was die Grundsteuerreform nun für alle Besitzer eines Grundstücks bedeutet.

Ab dem 01.01.2025 sollen alle Besitzer eines Grundstücks die neue Grundsteuer für Nordrhein-Westfalen bezahlen. Das bedeutet aktuell, dass in diesem Jahr (2022) alle Grundstücksbesitzer und Immobilieninhaber die neue Berechnung zur Grundsteuer anstreben müssen. Das ist ein Grund für Fragen. Teilweise beantwortet diese Fragen die Finanzverwaltung des Bundeslandes in einem Schreiben, das allen Immobilienbesitzern zugehen soll.

Dort werden auch die Inhalte des Grundsteuer Reformgesetz genauer erläutert. Wer bis zu dieser Information nicht warten möchte, kann als Eigentümer jetzt die wichtigsten Fakten zur Grundsteuer hier erhalten. Eine Steuerberatung kann in diesem Fall zwar helfen, jedoch sind auch dort nicht direkt die neuen Grundsteuern zu erfahren.

Kommunen haben 2019 bereits die Hebesätze angehoben

Was viele Eigentümer nicht bemerkt haben ist, dass die Reform der Grundsteuer einiges in Gang gesetzt hat. Auch bei den Kommunen in NRW. Diese hoben bereits im Jahr 2019 die Hebesätze für die Grundsteuer im Land an. Eine Statistik besagt, dass jede vierte Gemeinde die Hebesätze angehoben hat. Nun folgt die Reform der Grundsteuer.

Die Reform der Grundsteuer sieht vor, dass die alten Berechnungen nicht mehr aussagekräftig sind. Deswegen wurde eine neue Berechnungsgrundlage geschaffen. Das Bundesfinanzministerium hat sich dazu entschlossen, die Grundsteuer nach dem Bundesmodell zu berechnen. Lediglich einige Bundesländer wollen eine eigene Berechnung nutzen.

Nordrhein Westfalen hat sich dazu entschlossen, den Beitrag zur Grundsteuer nach dem Bundesmodell zu berechnen.

Informationen zum Bundesmodell

Ob Wohngrundstück oder Haus, jeder Besitzer muss sich mit der neuen Grundsteuer befassen. Dazu gehört es auch, sich mit dem Bundesmodell für NRW auseinanderzusetzen. Die Grundsteuer wird auch weiterhin in einem dreistufigen Verfahren berechnet. Dabei spielt in NRW das Flächen-Lage-Modell keine Rolle, sondern das Bundesmodell. Somit nimmt das Land nicht an der Länderöffnungsklausel teil, wie beispielsweise das Saarland.

Die Öffnungsklausel ermöglicht es den Bundesländern, eine andere Berechnungsgrundlage anzustreben. Der Inhalt des Bundesmodells sieht vor, dass die Errechnung der Grundsteuer sich auf den Grundstückswert, die Steuermesszahl und den Hebesatz der Gemeinden bezieht. Für den Grundstückswert war bis vor wenigen Jahren der Einheitswert maßgeblich. Dieser wird in NRW nun durch den Grundsteuerwert abgelöst. Der Grundsteuerwert orientiert sich vor allem am Bodenrichtwert, der Grundstücksfläche, am Alter des Gebäudes und ob das Gebäude privat oder gewerblich genutzt wird.

Der Hebesatz wird auch weiterhin von den Gemeinden bestimmt.

Ermittlung der Grundsteuer: Wer ermittelt jetzt welche Kennzahl der Bundesländer?

Die Umsetzung der Neuberechnung erfolgt durch die Feststellungserklärung. Diese Feststellung muss jeder Besitzer eines Grundstücks oder eines Gebäudes leisten. Wie bereits erwähnt, basiert die Grundlage des Bundesmodells auf diesen Daten:

  • Grundsteuerwert: Wird durch das Finanzamt ermittelt
  • Steuermesszahl: Ist gesetzlich festgelegt
  • Hebesatz: Wird durch die Gemeinden bestimmt

Hinweis: Es gibt zwei unterschiedliche Grundsteuern. Dies ist vorwiegend für Betriebe und landwirtschaftliche Unternehmen sowie Forstwirtschaft wichtig. Die Grundsteuer A bezieht sich auf Landwirte und Landwirtschaftsunternehmen. Die Grundsteuer B bezieht sich auf Grundvermögen oder Grundstücke.

Um die Reform der Grundsteuer nach dem Bundesmodell noch einmal zu verdeutlichen: Wer ein Haus besitzt und somit Wohngrundstücke, bei dem berechnet sich die neue Grundsteuer nach folgenden Daten:

  • Grundstückslage
  • Grundstücksfläche
  • Bodenrichtwert
  • Gebäudeart
  • Baujahr des Gebäudes
  • Wohnfläche

Diese Angaben übermitteln die Grundstückseigentümer, die ein Gebäude und Grundstück besitzen, durch die Feststellungserklärung. Anhand dieser Angaben ermittelt das Finanzamt den Grundsteuerwert und übermittelt den Grundsteuerwertbescheid. Zusätzlich berechnet das Amt den Grundsteuermessbetrag, der mit einem weiteren Bescheid bei den Besitzern eintrifft. Grundstückseigentümer erhalten also zwei Bescheide.

Wann muss man die Erklärung beim Finanzamt einreichen und wie?

Wer Besitzer von Wohngrundstücken ist, muss nicht direkt schon Bedenken bekommen. Denn die Feststellung muss erst Mitte bis Ende 2022 erfolgen. Einreichen muss man diese Erklärung jedoch über eine Online Plattform wie ELSTER. Mieter müssen sich damit gar nicht befassen, denn sie sind nicht die Besitzer der Gebäude. Die Daten dazu werden durch den Vermieter übermittelt. Es kann aber auch für Mieter zu einer Erhöhung der Abgaben kommen.

Alle Länder sehen die Einreichung der Daten durch die Steuer Onlineplattform ELSTER vor.

Handlungsbedarf für Unternehmen in NRW

Der Beitrag der Grundsteuer kann sich auch für Unternehmen verändern. Berechnet werden die Grundsteuern für Unternehmen nach dem vereinfachten Sachwertverfahren. Wer also Besitzer von Grundstücken ist, auf denen gewerblich genutzte Gebäude stehen, der erfährt eine Neuberechnung nach den gewöhnlichen Herstellungskosten des Gebäudes und dem Bodenrichtwert. Die Daten dafür sollten von Unternehmen ermittelt werden und mit der Steuererklärung übermittelt.

Grundsteuer C wird zur Berechnungsmethode für die Kommune

Viele Gemeinden in NRW blicken auf baufällige oder unbebaute Grundstücke. Gemeinden haben die Möglichkeit, diese Grundstücke mit einem erhöhten Hebesatz in die Berechnungsmethode einfließen zu lassen. Dadurch möchten die Kommunen und der Bundesgesetzgeber Besitzer der Grundstücke dazu anreizen, diese zu bebauen. Ein Grundstück kann damit perfekt den Wohnungsmangel abdecken. Ob die Grundsteuer C laut Reform wirklich dazu anreizt, ein Haus zu errichten, ist jedoch fraglich.

Welche Höhe wird die neue Grundsteuer haben? Diese Frage stellen sich sicherlich sehr viele Eigentümer. In welcher Höhe wirklich die Steuer entsteht, kann man derzeit noch nicht sagen, da die Hebesätze der Gemeinden erst im Jahr 2024 festgelegt werden. Fakt ist jedoch, dass das Bundesverfassungsgericht das Urteil zur Grundstückssteuer bereits gefällt hat und man nun mit der Neuberechnung leben muss. Die Feststellungserklärung muss eingereicht werden, damit die Grundlage zur Berechnung erfolgen kann.

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