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Grundsteuer Hessen

geschrieben von Hermann del Campo,

Letzte Aktualisierung 2 months ago

Grundsteuer Hessen – Sklyine von Frankfurt am Main

Grundsteuer Hessen: Was ändert sich ab 2025

Die Reform der Grundsteuer in Hessen ist ein gigantisches Thema, welches sehr viele Fragen aufwirft. Den meisten Grundstückeigentümern ist bekannt, dass einmal im Jahr eine Steuerbelastung anfällt. Diese wird sich ab 2025 ändern. Wie viele Euro Grundsteuer nun wirklich in Hessen auf Hausbesitzer und Grundstückseigentümer zukommen, das ist fraglich.

Eine weitere Frage ist, wie die Berechnung der Grundsteuer in Hessen sich jetzt gestaltet. Wer in Hessen lebt, darf sich vom Bundesmodell verabschieden. Dieses nutzen sehr viele Bundesländer, jedoch hat sich Hessen für ein eigenes Modell entschieden. Berechnet wird die Grundsteuer in Hessen nach dem Flächen-Faktor-Verfahren.

Welche Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet:

  • Was muss man als Bürger wissen und einreichen?
  • Wie wird die neue Steuer berechnet?
  • Wie hoch wird die neue Grundsteuer in Hessen?
  • Warum gibt es ein neues Gesetz?
  • Worin unterscheidet sich das Flächen-Faktor-Verfahren vom Bundesmodell?

Grundsteuerreform in Hessen – Das Wichtigste in Kürze

Die Grundsteuer ist eine Objektsteuer, die für die Gemeinden als Einnahme gilt. Die Reform zur Grundsteuer entstand, weil laut Bundesverfassungsgericht die alte Grundsteuer als verfassungswidrig galt. Sie stammte teilweise noch aus den 1930er-Jahren, sodass keine soziale Gerechtigkeit mehr vorhanden war. Die Grundsteuer Reform behebt diesen Fakt.

Die Grundsteuerreform sieht inzwischen die Neuberechnung der Grundsteuer vor. Dazu konnten die Bundesländer sich dem Bundesmodell anschließen. Einige der Länder, darunter auch Hessen, haben sich entschlossen, dieses Bundesmodell nicht zu nutzen, sondern die Öffnungsklausel anzuwenden.

Jedes Bundesland hatte die Möglichkeit, eine andere Berechnungsgrundlage als das Bundesmodell zu verwenden. Nach der Grundsteuerreform hat sich Hessen für die Grundsteuer nach dem Flächen-Faktor-Verfahren entschieden.

Bundesverfassungsgericht erzwingt Neuberechnung für Deutschland

Die Berechnungen der Grundsteuern beruhten in den vergangenen Jahrzehnten auf den alten Grundstückswerten. Da sich die Preise in den vergangenen Jahren massiv verändert haben, waren also auch die Grundstückssteuern nicht mehr an die aktuellen Preisgestaltungen angepasst. In den westlichen Bundesländer beispielsweise werden die Grundstückswerte nach den im Jahre 1964 festgelegten Werten berechnet.

Im Osten von Deutschland sind die Berechnungsgrundlagen noch aus dem Jahr 1935. Das hieß also auch, dass gleichwertige Grundstücke unterschiedliche veranlagt sind. Das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz. Das war dem Bundesverfassungsgericht ein Dorn im Auge und sie forderten eine Neuregelung, die nun durch die Reform umgesetzt wird.

Worin unterscheidet sich das Flächenmodell vom Bundesmodell?

Hessen möchte für die Berechnung seiner Grundsteuer das Flächenmodell nutzen. Dieses unterscheidet sich vom Bundesmodell vorwiegend in der Ermittlung des Grundsteuerwerts im Rahmen der Grundsteuer B. Die Grundsteuer B ist für bebaute und unbebaute Grundstücke gedacht. Es gilt, bitte nicht die Grundsteuer B mit der Grundsteuer A zu verwechseln. Die Grundsteuer A ist für die Land- und Forstwirtschaft.

Außerdem kann man noch die Grundsteuer C finden. Die Grundsteuer C ermöglicht den Gemeinden, unbebaute Grundstücke höher zu besteuern. Ziel soll es sein, die Eigentümer zur Bebauung anzuregen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Zusätzlich unterscheidet sich das Flächenmodell in den Steuermesszahlen.

Abweichende Regelungen zum Bundesmodell kann man also bei der Steuermesszahl und dem Grundsteuerwert finden.

Berechnung der Grundsteuer in Hessen

Damit das Finanzamt die Neubewertung der Grundstücke und Immobilien vornehmen kann, müssen Eigentümer einige Daten hinterlassen. Dazu muss eine Erklärung zur Feststellung der Grundstückswerte abgegeben werden.

Jeder Grundstücksbesitzer ist zur Abgabe dieser Feststellung verpflichtet. Die Abgabe muss elektronisch erfolgen. Als Zeitraum zur Einreichung gilt der 01.07.2022 bis 31.10.2022. Die Daten werden an das zuständige Finanzamt weitergereicht. Wohnt man also in Frankfurt am Main, darf man bei dem dortigen Finanzamt die Feststellung einreichen.

Grundsteuer ist Gegenleistung der Grundstücksbesitzer

Der Finanzminister Michael Boddenberg sieht die Grundsteuer als wichtige Einnahme und zeitgleich als Gegenleistung der Grundstücksbesitzer für die vorherrschende Infrastruktur. Michael Boddenberg erklärte, dass die Kommunen die Wasserversorgung, die Kanalisation oder die Straßen bereitstellen.

Die Bewohner eines Hauses können diese Infrastruktur laut Finanzminister Michael Boddenberg in Anspruch nehmen. Je mehr Bewohner in einem Haus leben, desto mehr können diese Infrastruktur nutzen. Damit rechtfertigt der Finanzminister die Nutzung des Flächen-Faktor-Verfahrens. Die Basis dieser Berechnung stellt die Gebäudefläche dar.

Außerdem kommt die Lage hinzu, die ebenfalls beim Berechnungsverfahren mit eingebunden wird. Wer in einer einfachen Lage wohnt, der hat den Vorteil, dass laut dem Flächenmodell diese Lage als niedriger bewertet wird. Wer in einer “teureren” Gegend ein Grundstück gekauft hat, der muss mit einer höheren Besteuerung rechnen.

Neue Grundsteuer in Hessen: Welche Angaben muss man einreichen

Die neue Grundsteuer in Hessen sieht vor, dass nach dem Flächen-Faktor-Verfahren die Steuer berechnet wird. Dazu muss die Finanzbehörde einige Daten erhalten. Als Bemessungsgrundlagen gelten diese Angaben:

  • Aktenzeichen
  • Informationen zum Grundstück (Gemarkung, Grundbuchblatt, Lage, Flur- und Flurstück-Nummer, Grundstückseigentümer/Immobilieneigentümer)
  • Größe Grundstücksfläche/Bodenfläche
  • Wohnfläche bei Wohngebäuden bzw. Nutzfläche bei einer anderen Nutzung

Der Bodenrichtwert muss vom Grundstückseigentümer nicht angegeben werden. Dieser Wert liegt dem Finanzamt bereits vor.

Wichtige Informationsschreiben für die Grundsteuer in Hessen im Juni

Die Grundsteuer Reform in Hessen hat viele Fragen aufgeworfen. Deshalb erging im Juni 2022 ein Informationsschreiben, welches an Hausbesitzer und Grundstückseigner gesendet wurde. In diesem Informationsschreiben steht alles, was man für die Grundsteuer in Hessen wissen muss, damit diese nach der Reform berechnet werden kann.

Berechnung der Grundsteuer – Darauf kommt es beim Flächen-Faktor-Modell an

Die Grundsteuern werden ab 2025 einmal im Jahr entrichtet – nicht an die Finanzämter in Hessen, sondern an die Gemeinde. Das Urteil zur Reform hat also für die Gemeinde einen wertvollen Vorteil, denn dadurch werden Einnahmen generiert und gesichert. Das Modell welches Hessen nutzt, um die Reform der Grundsteuer umzusetzen, sieht folgende wichtige Faktoren vor, um die Grundsteuern zu berechnen:

  • Grundstücksgröße
  • Gebäudefläche
  • Nutzung der Immobilie
  • Bodenrichtwert
  • Bodenrichtwert der Gemeinde

Alter und Zustand der Gebäude spielen bei dieser Berechnung der Grundsteuer in Hessen keine Rolle.

Das hessische Grundsteuergesetz sieht jedoch feste Berechnungsgrößen für die Flächenzahl vor. Wie hoch sind diese Flächenzahlen? Laut Reform sehen die Flächenzahlen in Hessen für die Grundsteuer wie folgt aus:

  • Grundstück 0,04 Euro/qm
  • Gebäude 0,50 Euro/qm

Die Steuermesszahl beträgt für die Grundstücksgröße oder die Gebäudegröße immer 100 %. Ist es ein bewohntes Haus, kann die Steuermesszahl bei 70 % liegen.

Der Hebesatz ist ein weiterer wichtiger Faktor. Dieser wird von den Städten und Kommunen bestimmt. Im Jahr 2019 betrug der durchschnittliche Hebesatz für Hessen:

  •  Grundstückssteuer A: 407 Prozent
  • Grundstückssteuer B: 490 Prozent

Wie wird die Grundsteuer in Hessen berechnet?

Als Grundlage zur Berechnung gilt das Flächen-Faktor-Modell, welches nach einem dreistufigen Verfahren angewendet wird. Einheitswerte spielen dabei keine Rolle. Bei der Bewertung der Grundstücke und Immobilien ergeht folgende Neuberechnung:

  • Flächenbetrag des Grundstücks = Grundstücksfläche × Flächenzahl (Grundstück)
  • Flächenbetrag des Gebäudes = Fläche Gebäude × Flächenzahl (Immobilie)
  •  Ausgangsbetrag = Grundstücksflächenbetrag × Steuermesszahl (Grundstück) + Gebäudeflächenbetrag × Steuermesszahl (Gebäude)
  •  Faktor = (Bodenrichtwert des Grundstücks / durchschnittlicher Bodenwert der Gemeinde) x 0,3
  •  Steuermessbetrag = Ausgangsbetrag × Faktor
  •  Grundsteuer = Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde

Die Steuerverwaltung berechnet nach dieser Grundlage die Grundsteuer in Hessen. Der Aufwand ist enorm, weshalb schon jetzt die Daten erfasst werden. Die neue Grundsteuer in Hessen wird dann am 01.01.2025 fällig.

Da die Gemeinden ihre Hebesätze selbst bestimmen können, kann es sein, dass es massive Unterschiede in den Gemeinden zur Steuer gibt. Das Flächen-Faktor-Modell ist recht kompliziert gehalten im Gegensatz zum Bundesmodell.

Hinweis: Wer mehrere Grundstücke oder Häuser besitzt, muss als Eigentümer auch mehrere Angaben machen und bekommt demnach auch mehrere Steuerbescheide.

Berechnung Grundsteuer bei Miete – Was ist, wenn ich Miete zahle?

Die Steuer kann auch auf die Mieter übergehen. Sehr viele Vermieter legen die Grundsteuer in Hessen auf die Mieter um. Das Mieten schützt also nicht unbedingt vor der Steuer. Welche Steuerhöhe dabei für jeden Mieter entstehen kann, das hängt von der Anzahl der Parteien ab, die in einem Haus leben.

Städte sollen nicht mehr Einnahmen haben

Von vielen Eigentümern wird befürchtet, dass die Steuern enorm steigen werden. Grundsätzlich gehört die Grundsteuer mit zu den niedrigen Einnahmequellen einer Gemeinde. Trotzdem ist sie notwendig. Städte nehmen Teile der Einkommensteuer, der Gewerbesteuer und der Grundsteuer ein. Allein in Hessen waren es rund 1,2 Milliarden Euro, die 2019 zusammenkamen.

Laut den Aussagen der Städte und Gemeinden sollen die Einnahmen gleich bleiben, auch nach der Reform. Lediglich einige Steuerzahler können im Endeffekt mehr zahlen, wohingegen andere eine Senkung der Steuer erfahren.

Aber nicht nur hier gibt es eine Veränderung. Denn ab 2025 sollen nur noch sieben Finanzämter für die Berechnung der Grundsteuer tätig werden. Dabei handelt es sich um die Orte: Eschwege, Korbach, Fulda, Dillenburg, Rheingau-Taunus, Dieburg, Michelstadt.

Wie viel Grundsteuer zahlen die Bürger und Eigentümer in Hessen?

Aktuell kann man nur nach dem Stand von 2019 gehen. In diesem besagten Jahr zahlten Eigentümer von Grundstücken und Immobilien 1,2 Milliarden Euro. Die Steuer wurde in über 400 Städten und Gemeinden in Hessen erhoben. Damit ist die Grundsteuer neben der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer die wichtigste Einnahmequelle.

Ein Faktor darf dabei bedacht werden. Denn einen Großteil der Einnahmen macht die Grundsteuer für unbebaute und bebaute Grundstücke aus. Sie ist als Grundsteuer B bekannt. Für Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe fällt die Grundstücksteuer A an, die mit 25 Millionen Euro den Gemeinden zufällt.

Im Durchschnitt entfallen auf einen Einwohner in Hessen rund 191 Euro Grundsteuern im Jahr. Zu unterscheiden gilt es die kreisfreien Städte, die mit 258 Euro und die kreisangehörigen Gemeinden mit 170 Euro berechnet werden.

Fazit zur Grundstückssteuer Reform für Hessen

Das Bundesland Hessen hat sich nicht mit dem Bundesmodell identifizieren können und wird deswegen die neue Grundsteuer nach dem Flächen-Faktor-Modell berechnen. Es gibt einige Bundesländer in Deutschland, die andere Modelle als das Bundesmodell nutzen. Wichtig für die Berechnung ist die Gebäude-Fläche und die Lage des Grundstücks. Anhand dieser Daten nehmen die Finanzämter die Bewertung der neuen Grundsteuer vor.

Die Bewertung wird also dahin gehend ausfallen, dass Gebäude und Grundstücke in einer niedrigen Lage schlechter bewertet werden. Ergo, diese Eigentümer zahlen weniger Steuern.

Die Steuererklärung muss von den Bürgern aller Bundesländer, auch Hessen, in einer elektronischen Form eingereicht werden. Wie hoch die steuerliche Belastung wird, dass kann man anhand unseres Rechners bestimmen. Laut dem Finanzminister sollen die Einnahmen für die Städte gleich bleiben. Denn es kann dazu kommen, dass einige Bürger weniger Steuern zahlen, als andere.

 

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