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Alles was du zur oder über die Grundsteuer wissen musst

Grundsteuer Berlin

geschrieben von Hermann del Campo,

Letzte Aktualisierung 2 months ago

Grundsteuer Berlin – Skyline von Berlin

Grundsteuer Berlin – Bundesfinanzministerium beschließt neue Steuer

Viele Bürger und Bürgerinnen haben in Berlin eine Wohnung oder ein Haus, welches zur Altersvorsorge dienen soll. Interessante Idee, wenn da nicht die Grundsteuerreform ab 2025 eintritt.

Das Grundsteuer-Reformgesetz wurde bereits 2018 beschlossen. Grund für die Reform der Grundsteuer ist die veraltete Berechnung, die teilweise noch aus dem Jahre 1935 stammte. Laut dem Bundesverfassungsgericht war die alte Grundsteuer in Deutschland verfassungswidrig.

Deswegen hat man sich für eine neue Steuer entschlossen. Die Neuberechnung der Grundsteuer erfolgt nun also nach dem neuen Bundesmodell.

Auch Berlin wird dieses Bundesmodell zur Berechnung der Grundsteuer nutzen. Damit geht das Bundesland einen Weg, den sehr viele andere auch wählen. Nur einige Bundesländer haben sich entschlossen, eine andere Berechnungsgrundlage zu nutzen.

Grundsteuer in Berlin: Was müssen Grundstückseigentümer wissen?

Alles wird neu, soviel steht bereits jetzt schon fest. Doch was muss man als Besitzer eines Grundstücks oder eines Hauses wissen? Wie geht es jetzt nach der Reform weiter? Die Grundlage zur Berechnung der Grundsteuer in Berlin ist die Feststellungserklärung. Diese müssen Bürger und Bürgerinnen mit dem Stichtag 01.01.2022 abgeben. Dabei wird der Grundstückswert festgestellt.

Der 01.01.2022 ist vorbei, was passiert jetzt? Nichts, denn die Informationen zur Feststellung sollen durch eine Steuererklärung zwischen Juli und Oktober 2022 erfolgen. Ab Juli 2022 können Eigenheimbesitzer oder Grundstücksbesitzer die Erklärungen elektronisch einreichen.

Hinweis: Die Grundlage für die Grundsteuer ist der Grundsteuerwert.

Grundsteuer-Reform – Neue Steuerart wird 2025 eingeführt

Die Grundsteuerreform hat eine weitere Neuerung mitgebracht. Wer sich mit seiner Grundsteuer in Berlin etwas befasste, der wird die Grundsteuer A und die Grundsteuer B kennen. Die Grundsteuer A bezieht sich auf die Land- und Forstwirtschaft. Wer also Land- und Forstwirtschaft besitzt, muss auf die Gebäude und Grundstücke Grundsteuern entrichten.

Die Grundsteuer B bezieht sich hingegen auf die privaten oder gewerblichen Grundstücke. Diese können bebaut oder unbebaut sein. Achtung, mit den gewerblichen Grundstücken sind keine aus der Land- und Forstwirtschaft gemeint.

Ab 2025 wird es durch die Grundsteuerreform noch eine weitere Änderung geben. Die Grundsteuer C wird eingeführt. Die Grundsteuer C bezieht sich auf unbebaute Grundstücke. Diese können mit einer erhöhten Steuer berechnet werden. Auch hier sind wieder Land und Forstwirtschaft ausgeschlossen, da diese komplett in der Grundsteuer A abgehandelt sind.

Ziel der Grundsteuer C ist es, dass mehr unbebaute Grundstücke genutzt werden und somit mehr Wohnraum geschaffen wird. Auch andere Bundesländer haben diese Regelung.

Ermittlung der Grundsteuer in Berlin

Die Grundsteuer für das Bundesland Berlin wird nach einem dreistufigen Verfahren berechnet. Berlin nutzt das Bundesmodell, wodurch die Ermittlung der neuen Steuer recht einfach ist.

Eigentümer von Grundstücken oder Immobilien dürfen sich auf diese Berechnung beziehen:

  • Ermittlung des Grundsteuerwerts
  • Festsetzung des Grundsteuermessbetrags (Berechnung aus den Daten: Grundsteuerwert x Messzahl)
  • Festlegung der Grundsteuer (Grundsteuermessbetrag x Hebesatz)

Bei der Ermittlung des Grundsteuerwerts werden Nichtwohngrundstücke nach dem Sachwertverfahren und Wohngrundstücke nach dem Ertragswertverfahren berechnet.

Wie werden Wohngrundstücke bewertet?

Die Reform sieht vor, dass man die Wohngrundstücke nach dem Ertragswertverfahren berechnet. Dazu gehören Grundstücke auf denen Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser stehen. Das gilt auch für Immobilien, die vermietet sind. In der Feststellungserklärung werden dann die folgenden Daten erfasst:

  • Grundstücksart
  • Grundstücksfläche
  • Bodenrichtwert
  • Wohnfläche/Gebäudefläche
  • bei Wohnungseigentum der Miteigentumsanteil
  • Baujahr
  • Falls vorhanden, Anzahl der Garagen-/Tiefgaragenstellplätze

Der Bodenrichtwert wird von den Gemeinden bereitgestellt.

Wie werden Nichtwohngrundstücke bewertet?

Wer ein Geschäftsgrundstück hat oder Immobilien die anderweitig beschrieben sind, berechnet die neue Grundsteuer nach dem Sachwertverfahren. In diesem Fall werden die Feststellungserklärungen mit diesen Daten gefüttert:

  • Grundstücksart
  • Grundstücksfläche
  • bei Teileigentum der Miteigentumsanteil
  • Bodenrichtwert
  • Gebäudeart
  • Baujahr
  • Bruttogrundfläche

Wer muss die Grundsteuer ab 2025 zahlen?

Gegenstand der Grundsteuerreform sind Geschäftsgrundstücke und Gebäude, private Grundstücke und Gebäude und natürlich Grundstücke und Gebäude der Land- und Forstwirtschaft.

Bezahlt werden muss die Grundsteuer nach der Grundsteuerreform natürlich von den Eigentümern der Grundstücke und Gebäude. Wird ein Grundstück vermietet oder eine Wohnung zur Miete angeboten, muss der Eigentümer die Grundsteuer zahlen. Er kann jedoch die Grundsteuer auf den Mieter umlegen.

Kommt es zu einem Eigentümerwechsel, muss der neue Eigentümer die Grundsteuer zu Beginn eines neuen Kalenderjahres entrichten. Um die Grundsteuer berechnen zu können, muss eine Grundsteuererklärung eingereicht werden. Danach erfolgt die jährliche Grundsteuer immer zu 01.01 eines Jahres.

Berechnung der Grundsteuer nach dem Bundesmodell

Als Erstes wird der Grundsteuerwert ermittelt. Zuständig für diese Ermittlung ist das Lagefinanzamt, also das Amt, welches für die Region zuständig ist. Die Ermittlung des Grundsteuerwerts erfolgt anhand der Bewertung des Grundstücks in Grundsteuer B,C oder A.

Die Ermittlung erfolgt durch das Sachwertverfahren oder das Ertragswertverfahren. Beim Ertragswertverfahren wird zur Neuberechnung der Grundsteuer die voraussichtliche Jahresmieteinnahmen herangezogen. Dazu sind folgende Daten wichtig:

  • Wohngröße oder Größe der Nutzfläche
  • Immobilienart
  • Baujahr
  • bauliche Ausstattung
  • Förderungsart (öffentliche Mittel/frei finanziert)

Der danach ermittelte Grundstückswert umfasst den Bodenwert, den Gebäudewert und den Wert der Außenanlagen. Beim Sachwertverfahren ergibt sich der Grundstückswert aus dem Bodenwert, dem Wert der Außenanlagen und dem Gebäudewert.

Anschließend bekommt der Eigentümer den Grundstückswertbescheid für seine Grundsteuer. Berechnet wird die Grundsteuer also nach dieser Formel:

Grundsteuerwert x Steuermesszahl = Steuermessbetrag

Steuermessbetrag x Hebesatz der Gemeinde = Grundsteuer

Bei der Grundsteuer ist es aktuell so geregelt, dass der Hebesatz von den Gemeinden allein bestimmt werden kann. So kann es sein, dass man in Spandau eine andere Grundsteuer bezahlt als in Berlin Mitte.

Was müssen Grundstückseigentümer für eine Grundsteuer zahlen?

Die Grundsteuern gehen immer zulasten der Eigentümer eines Grundstücks oder eines Gebäudes. Ob bebaute Grundstücke oder unbebaute Grundstücke, die Grundsteuern müssen trotzdem entrichtet werden. Die neue Grundsteuerreform tritt im Jahr 2025 in Kraft. Da fragen sich jetzt schon viele Grundbesitzer, mit welcher Höhe der Grundsteuer man rechnen muss.

Hierzu kann man kaum Infos finden, denn die Grundsteuer wird aus sehr vielen Faktoren berechnet und der Hebesatz ist eine Variable.

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