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Grundsteuer Baden-Württemberg

geschrieben von Hermann del Campo,

Letzte Aktualisierung 2 months ago

Grundsteuer Baden Württemberg – Schlossplatz Stuttgart

Grundsteuer Baden-Württemberg – Was Sie über das neue Grundsteuermodell wissen müssen

Der Landtag hat im Jahr 2020 ein eigenes Grundsteuergesetz in Baden Württemberg etabliert. Das Gesetz bezieht sich auf die Grundsteuerreform, welche ab dem 1. Januar 2025 in Kraft tritt. Durch die Grundsteuerreform sind bei den Hausbesitzern und den Eigentümern von Grundstücken sehr viele Fragen aufgetaucht. Was wird aus den Steuern und wie hoch werden die neuen Grundsteuern in Baden-Württemberg.

Das Land Baden-Württemberg wählt zur Berechnung der Grundsteuer einen eigenen Weg und wendet sich damit vom Bundesmodell ab. So lösen etwa die modifizierten Bodenwertmodelle die bisherige Einheitsbewertung der Grundsteuer ab. Das klingt für viele Eigentümer kompliziert. Jedoch soll das neue Modell sehr einfach sein. Was man zum Grundsteuerrecht wissen muss, wird dieser Artikel genauer zeigen.

Die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

Bevor wir auf die Berechnung der Grundsteuer in Baden Württemberg eingehen wollen, möchten wir etwas mehr zum Thema Grundsteuer in Baden Württemberg erklären. Wir wollen vor allem die Frage beantworten: Warum wird die Grundsteuer verändert?

Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 2018 entschlossen, die Grundsteuer zu verändern. Daraus entstand die Grundsteuer-Reform, die vor allem wegen der verfassungswidrigen Grundsteuer entstand. Das heißt, die alte Grundsteuer war nicht rechtens, woraufhin eine neue Berechnungsgrundlage entstand. Das bedeutet wiederum, dass die Eigentümern von Grundbesitz eine neue Steuererklärung befürchten müssen. Ab Juli 2022 sollen die neuen Berechnungen erfolgen, die dann im Jahr 2025 zu entrichten sind.

Die Finanzverwaltung des Landes Banden-Württemberg hat nun bis Ende 2023 Zeit, die neuen Berechnungsmodelle durchzuführen. Ab dem Jahr 2025 heißt es für Grundbesitzer, dass sie die neuen Grundsteuern zahlen müssen.

Baden-Württemberg entscheidet sich gegen das Bundesmodell zur Grundsteuer

Das Land Baden-Württemberg nimmt die Öffnungsklausel in Anspruch und entscheidet sich damit für eine andere Berechnungsgrundlage als andere Bundesländer. Das modifizierte Bodenwertmodell ist für das Land Baden-Württemberg jetzt als Basis zur Berechnung der neuen Grundsteuer ab 2025 vorgesehen.

Was ist die Öffnungsklausel?

Das Landesgesetz sieht in Verträgen und anderen Vereinbarungen die Öffnungsklausel vor. Diese ermöglicht abweichende Vereinbarungen, sowie es die Grundlage zur Neuberechnung in Baden-Württemberg vorsieht.

Welche Vorteile hat ein modifiziertes Bodenwertmodell?

Warum hat sich Baden Württemberg bei der Berechnung der Grundsteuer gegen das Bundesmodell entschlossen. Nach dem modifizierten Bodenwertmodell die Grundsteuer zu berechnen ist wesentlich einfacher und erfordert weniger Daten. Damit hat man als Bürger und Immobilien-Besitzer in Baden-Württemberg einige Vorteile gegenüber anderen Bundesländern.

Unterschiede zum Bundesmodell gibt es vorwiegend bei der Ermittlung der Grundsteuerwerte im Rahmen der Grundsteuer B. Der Hebesatz der Gemeinden bleibt unberührt.

Hinweis: Das Grundsteuergesetz ist vor allem für die Gemeinden eine Verbesserung. Denn sie profitieren von der neuen Steuer.

Was ist die Grundsteuer A und die Grundsteuer B?

Grundstückseigentümer und Grundstückseigentümerinnen werden in Kontakt mit der Grundsteuer B und der Grundsteuer A kommen. Die Grundsteuer B bezieht sich auf ein bebautes und unbebautes Grundstück. Die Grundsteuer A hingegen bezieht sich auf Betriebe der Land- und Forstwirtschaft.

Worin unterscheidet sich das Landesgrundsteuergesetz in Baden-Württemberg vom Bundesmodell?

Die Länder in Deutschland haben alle die Möglichkeit, eine andere Berechnung zu wählen, die vom Bundesmodell abweicht. Grundstückseigentümer in Baden-Württemberg können sich auf ein anderes Landesgrundsteuergesetz beziehen. Worin sind jedoch die Unterschiede zu finden?

Abweichungen zum Bundesmodell kann man bei der Grundsteuer in Baden-Württemberg vor allem beim Grundsteuerwert und der Steuermesszahl finden. Der Hebesatz bleibt unangetastet. Was genau heißt das? Die Grundsteuer A bleibt unangetastet und richtet sich weiterhin nach dem Bundesmodell. Die Grundsteuer B, welche sich vor allem an Hausbesitzer und Immobilienbesitzer wendet, bezieht sich auf das modifizierte Bodenwertmodell. Zur Berechnung der Grundsteuer wird vor allem der Bodenwert herangezogen.

Wie berechnet sich der Bodenwert?

Um laut Grundsteuergesetz den Bodenwert zu berechnen, sind zwei Faktoren enorm wichtig. Die Grundstücksfläche und der Bodenrichtwert fließen mit in diese Berechnungen zur Grundsteuer ein. Beide Werte werden miteinander multipliziert und ergeben den Grundsteuerwert. Auf die Bebauung kommt es in dieser Neuberechnung nicht an. Das Ergebnis wird dann mit der vorgegebenen Steuermesszahl multipliziert. Der daraus resultierende Faktor ist der Grundsteuermessbetrag für die Grundsteuer in Baden-Württemberg.

Der Grundstückswert wird im Rahmen der Neuberechnung modifiziert. Für Grundstücke die überwiegend für Wohnzwecke genutzt werden, wird die Steuermesszahl um die Höhe von 30 Prozent verringert. Begünstigt werden nicht nur Grundstücke die überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden, sondern auch soziale Wohnungsbauten und Kulturdenkmäler. Im letzten Schritt wird dann der Hebesatz der Gemeinden auf den Grundsteuermessbetrag angewendet. Daraus ergibt sich laut Grundsteuergesetz die neue Grundsteuer.

Zu Wohnzwecken genutzte Grundstücke bekommen eine Neuberechnung der Grundsteuer laut dieser Formel: Grundsteuer = Grundsteuerwert (Grundstücksfläche x Bodenrichtwert) x Steuermesszahl x Hebesatz der Gemeinden.

Den Hebesatz ermitteln die Gemeinden. Wer sich also mit der Bewertung der Grundsteuer befassen möchte, sollte auf den Hebesatz der eigenen Gemeinde achten.

Was bedeutet “überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Grundstücke”?

Wird ein Grundstück überwiegend zu Wohnzwecken genutzt, heißt das, dass der Anteil der zu Wohnzwecken genutzten Grundfläche die der artfremden Nutzung übersteigen muss. Festgehalten ist das im § 40 Abs. 3 LGrStG.

Das neue Grundsteuergesetz: Was man jetzt tun muss für die Steuererklärung in Baden Württemberg

Es wurde schon viel über das neue Bundesgesetz berichtet. Wer ein Grundstück besitzt, wird sich allerdings fragen, was er alles beachten muss. Die Höhe der Grundsteuer interessiert die meisten Besitzer einer Wohnung oder eines Grundstücks.

Fakt ist: Überwiegend zu Wohn-Zwecken genutzte Grundstücke richten sich nach dem modifizierten Bodenwertmodell.

Damit das Finanzamt die Neuberechnung durchführen kann, muss jeder Eigentümer eines Grundstücks eine Feststellungserklärung des Grundsteuerwerts abgeben (§ 22 Abs. 1 LGrStG). In Baden-Württemberg findet man diese Erklärung unter dem Suchbegriff Feststellungserklärung. Wer ein Grundstück besitzt, muss diese Erklärung beim Finanzamt einreichen. Die Erklärung ist die Grundlage zur Berechnung der neuen Steuer. Abgegeben werden muss diese bis zum 31.10.2022. Die Abgabe der Feststellungserklärung erfolgt online.

Welche Informationen benötigt das Finanzamt für die Grundsteuer B

Die Grundsteuer B bezieht sich auf private Grundstücke und Unternehmen. Ob das Grundstück bebaut oder unbebaut ist, dies spielt erst einmal keine weitere Rolle. Neben der Grundstücksfläche benötigt das Amt weitere Informationen:

  • Informationen zum Grundstück (Lage, Eigentümer usw.)
  • Aktenzeichen
  • Bodenrichtwert
  • Grundstücksfläche
  • Nutzungsart (bewohnt oder unbewohnt)

Eigentümer müssen nun aber nicht in Panik geraten. Denn im Mai / Juni 2022 haben Eigentümer der Grundstücke ein Informationsschreiben zu dem Thema erhalten. Dort stehen auch weitere Informationen zum Thema Grundstücksfläche und zum modifizierten Bodenwertmodell drin.

Ob sich die Grundsteuerbelastung positiv oder negativ auf die Grundstücksbesitzer auswirkt, das lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

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