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Neue Grundsteuerreform allgemein erklärt und ab wann sie greift

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 2018 die Bewertung von Grundstücken für verfassungswidrig erklärt. Der Gesetzgeber wurde vom Gericht aufgefordert, die Verfassungsmäßigkeit wieder herzustellen. Es dauerte eine Weile, bis sich die Regierung zu einer Reform der Grundsteuer durchgerungen hatte. Die neue Grundsteuer wird nun ab 2025 greifen.

Mit der Grundsteuerreform wollte man sicher stellen, das die Grundsteuer auf einer rechtssicheren Basis aufbaut, um den Gemeinden auch künftig eine ordentliche Einnahmequelle zu ermöglichen. Was genau heißt das jetzt? Wir geben weitere Informationen dazu.

Die Fakten um die Grundsteuerreform

Am 10.04.2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die bis dahin gültige Bewertung von Grundstücken für verfassungswidrig erklärt und damit eine Veränderung der Grundsteuer angestoßen.

Der Grund für diese Entscheidung liegt daran, dass die Einheitswerte veraltet waren. Ursprünglich hatte der Gesetzgeber vorgesehen, dass man alle sieben Jahre den Einheitswert durch eine Hauptfeststellung neu zu ermitteln hat. Jedoch fand diese Feststellung des Einheitswert erstmals und auch einmalig im Jahr 1964 statt. In den neuen Bundesländern griff man nach der Wiedervereinigung sogar auf Werte aus dem Jahre 1935 zurück.

Das führte jedoch auch dazu, dass ein Gebäude, welches beispielsweise 2009 errichtet wurde, noch mit den Werten des Jahres 1964 eingestuft wurde.

Das Bundesverfassungsgericht gab dem Gesetzgeber bis Ende 2019 Zeit, eine Neuregelung für die Grundsteuer zu schaffen.

Von diesen neuen Regeln rund um die Grundsteuer sind mittlerweile mehr als 36 Millionen Immobilien betroffen. Und damit auch alle die Menschen, die Eigentum besitzen und Grundsteuern zahlen müssen. Neben Vermietern sind somit auch Besitzer eines Eigenheims betroffen. Aber auch für Gewerbegrundstücke, Wälder und Ackerflächen ist eine Neubewertung vorgeschrieben.

Der Stichtag zur Neubewertung der Grundsteuer ist der 01.01.2022. Jeder, der ein Grundstück besitzt, darf sich nun auf eine Neuerung der Grundstücksteuer freuen.

Wozu dient die Grundsteuer auf Grundbesitz?

Die Grundsteuer auf Grundstücke ist eine Einnahmequelle der Gemeinden. Festgesetzt wird sie einmal im Jahr und ist normalerweise vierteljährlich zu zahlen. Die Grundsteuer wird zwar nur von Eigentümern eines Hauses verlangt. Sie ist aber in der Regel als Betriebskosten umlagefähig auf die Mieter.

Wie berechnet sich die Grundstückssteuer nach der Reform zur Grundsteuer

Die Bundesregierung wollte ein einheitliches Grundsteuergesetz für ganz Deutschland verabschieden. Aber einige Bundesländer verlangten Änderungen, weil das Gesetz in ihren Augen zu kompliziert oder zu ungerecht ist. Daher hat die Bundesregierung den Ländern die Möglichkeit einer Abweichung vom sogenannten Bundesmodell eingeräumt. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Saarland und Sachsen haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und eigene Regeln für die Bewertung verabschiedet.

Geht es nach dem Bundesmodell werden Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen mit dem Ertragswertverfahren bewertet. Für Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke und sonstige bebaute Grundstücke gilt das Sachwertverfahren. Der hier ermittelte Wert ist der Grundbesitzwert.

Die Grundsteuer wird auch zukünftig in drei Schritten berechnet. Die Grundlage dazu ist der Grundbesitzwert x Steuermesszahl x Hebesatz.

Was sollten Immobilienbesitzer bei der Grundsteuer wissen

Wer Besitzer eines Grundstücks ist, der sollte unbedingt einige grundlegende Fakten wissen:

  1. Grundstückssteuern müssen alle Immobilienbesitzer bezahlen, egal ob ein bebautes oder unbebautes Grundstück vorhanden ist.
  2. Die Grundsteuer für baureife Grundstücke wird erhöht, um Immobilienspekulationen zu verteuern.
  3. Besitzer einer Immobilie müssen nun die erforderlichen Immobilienwerte elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Dies ist in der Zeit vom 1.7. – 31.10.2022 zu tun.
  4. Die Gemeinden werden nach Feststellung der neuen Grundbesitzwerte auch noch einmal ihre Hebesätze anpassen. Das Steueraufkommen der Grundsteuer von ca. 16 Milliarden Euro jährlich soll sich nicht erhöhen.
  5. Gibt man keine Grundsteuererklärung ab, riskiert man die Schätzung der Grundbesitzwerte. Und Schätzungen fallen selten zu Gunsten der Steuerpflichtigen aus.
  6. Wird eine Immobilie innerhalb eines Steuerjahres verkauft, dann bleibt der Verkäufer bis zum Jahresende Schuldner der Grundsteuer.

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